VAN GOGH: AN DER SCHWELLE ZUR EWIGKEIT


Regie: Julian Schnabel
Darsteller: Willem Dafoe, Oscar Isaac, Rupert Friend

111 Minuten | Großbritannien, Frankreich 2018 | ab 6
6. Woche
„An der Schwelle der Ewigkeit" ist ein Gemälde Vincent van Goghs, das zwei Monate vor seinem Tod entstand. JulianSchnabel befasst sich mit der letzten Schaffensphase des Malers, bevor er in die Nervenheilanstalt von Saint-Rémy gebracht wurde. Eine Reise in den Körper und den Geist eines Künstlers zwischen Genie und Wahnsinn!


In der Gegend von Arles und Auvers-surOise, wohin sich Vincent van Gogh (Willem Dafoe) zurückgezogen hat, um dem Druck des Lebens in Paris zu entkommen, wird er von den einen freundlich und von den anderen brutal behandelt. Die Inhaberin des örtlichen Restaurants hat Mitleid mit ihm und schenkt ihm ein Notizbuch für seine Zeichnungen. Andere haben Angst vor seinen dunklen und unberechenbaren Stimmungsschwankungen. Auch sein enger Freund und Künstler Paul Gauguin findet ihn zu erdrückend und verlässt ihn. Allein sein Bruder und Kunsthändler Theo unterstützt ihn unerschütterlich, auch wenn es ihm nicht gelingt, auch nur eines von Vincents Werken zu verkaufen...
Dem Maler und Filmemacher Julian Schnabel ging es weniger um eine klassische Biografie, als darum, einen filmischen Weg zu finden, van Goghs besonderen Blick auf die Welt zu verstehen. Zusammen mit dem brillanten Kameramann Benoît Delhomme, ebenfalls Maler, hat Schnabel Bilder gefunden, die andeuten, was van Gogh gesehen haben mag: Gleißendes, mal weiches, mal hartes Licht, satte Farben, geprägt vom Gelb der Felder, dem Grün der Blätter, dem Blau des Himmels, wie sie seine Gemälde prägen. Als Schule des Sehens mag man Schnabels Film begreifen, aber auch als Darstellung des Preises, den die Begabung mancher Künstler fordert. Zunehmend von Verzweiflung ist das markante Gesicht von Willem Dafoe gezeichnet, der van Gogh weniger spielt, als mit ganzem Einsatz verkörpert. Als wahnsinnige Gabe schildert Schnabel van Goghs Fähigkeit, in seinen Bildern Momente einzufangen, die die Welt nicht mit ihrer Oberfläche zeigen, sondern wie sie im Kern ist. Natürlich huldigt er dabei auch einem Geniekult, verklärt den genialisch-wahnsinnigen Künstler, als den er sich auch selbst gerne gibt. Und doch: Selten wurde der Schaffensprozess eines Künstlers so authentisch auf die Leinwandgebracht, wie es Schnabel, Dafoe und Delhomme hier geling.



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