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PLEASURE


Regie: Ninja Thyberg
Darsteller: Sofia Kappel, Evelyn Claire, Dana DeArmond, Mark Spiegler

109 Minuten | Schweden, Niederlande 2021 | ab 18
2. Woche
Eine Schwedin lässt ihr Kleinstadtleben hinter sich und geht nach L.A., um der größte Pornostar der Welt zu werden. Die junge Frau schlägt mit ihrer Entscheidung einen steinigen Pfad ein, der sie an ihre körperlichen und seelischen Grenzen bringt... PLEASURE ist ein drastisches, provokantes Drama, das bisweilen auch dokumentarisch anmutet. Es geht um Ausbeutung, Voyeurismus und männliche Dominanz in einer mächtigen, milliardenschweren Industrie.

 

Die 19-jährige Linnéa (Sofia Kappel) verlässt ihre schwedische Kleinstadt und zieht nach Los Angeles, um in der Glitzermetropole als „Bella Cherry" der nächste große Pornostar zu werden. Doch schnell muss Linnéa feststellen, dass dieser Weg hart und beschwerlich ist. Zwar erhält sie schnell erste Aufträge, aber das Business ist gnadenlos. Bella erkennt, dass sie nur eine Chance hat: wenn sie ausnahmslos alles tut, was von ihr verlangt wird – selbst, wenn dies Erniedrigung und Schmerz bedeutet... Ausbeuterisch, radikal gewinnorientiert, frei von Moral – die Pornoindustrie genießt alles andere als einen guten Ruf. Umso beachtlicher, dass sich Regisseurin Ninja Thyberg diesem Thema in aller Ausführlichkeit widmet und sich dennoch um Neutralität bemüht. Ihr PLEASURE ist keine einseitige Aburteilung dieses einträglichen Wirtschaftszweigs. Vielmehr setzt die Filmemacherin auf eine realistische Darstellung der Branche und ihrer Mechanismen. Dies gelingt einerseits durch die authentische Besetzung mit einer ganzen Reihe an echten Pornodarstellerinnen und -darstellern. Zudem gingen den Dreharbeiten jahrelange intensive Recherchen voraus, die dem Drama auch eine dokumentarische Aura verleihen. Und Thyberg, die ein sicheres Feeling für Timing und Spannungsmomente besitzt, verurteilt ihre Protagonistin zu keinem Zeitpunkt. Die Inszenierung lebt darüber hinaus von der schwungvollen, frischen Energie Sofia Kappels, die in ihrem ersten Film einen beachtlichen, ungezwungenen Auftritt hinlegt. Mit Leichtigkeit wechselt sie zwischen teils extremen emotionalen Zuständen und vermittelt das Bild einer jungen Frau, die ganz genau weiß, was sie will – aufgrund der frauenfeindlichen Praktiken und machtmissbrauchenden Vorgänge jedoch immer wieder an ihre Grenzen stößt. Fast zynisch mutet da der Titel an, denn „Vergnügen" sieht sicherlich anders aus. Schonungslos und ohne Scheu offenbart Thyberg eine auf die Befriedigung männlicher Sex-Fantasien ausgerichtete, skrupellose Industrie (deren Umsatz allein in den USA über dem der großen Hollywood-Studios liegen soll).



Harmonie Freiburg
HeuteDoFrSaSoMoDiMi
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