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MONTE VERITÀ - DER RAUSCH DER FREIHEIT


Regie: Stefan Jäger
Darsteller: Maresi Riegner, Max Hubacher, Julia Jentsch, Hannah Herzsprung

116 Minuten | Schweiz/Österreich 2021 | ab 12
6. Woche
Aus dem Sommer 1906 erzählt Stefan Jäger die Geschichte von Hanna, einer jungen Frau, die sich müht, den strengen Erwartungen und engen Grenzen der Gesellschaft zu entkommen – in der sagenumwobenen Aussteigerkolonne für Künstler, Reformer, Nudisten – kurz: Unangepasste – auf einem Schweizer Berg, die versuchte, den industrialisierten Metropolen und dem bürgerlichen Korsett eine Utopie entgegenzusetzen. Zeitgeschichtlich treffsicher und schön inszeniert ist Jägers MONTE VERITÀ zugleich ein ausgesprochen aktueller und moderner Film.

 

1906: Eine Zeit im Umbruch. Ängste und Hoffnungen prägen die Gesellschaft. Die ersten Aussteiger – zu denen auch der junge Hermann Hesse zählt – suchen ihr Paradies und finden es im Süden der Schweiz, auf dem Monte Verità. Die Reformer legen nicht nur ihre Kleider ab, sondern ebenso das geistige Korsett, an dem die Gesellschaft zu ersticken droht. Auch die junge Mutter Hanna Leitner (Maresi Riegner) zieht es ins tessinische Ascona, um ihrer bürgerlichen Rolle zu entfliehen. Hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühlen gegenüber ihrer zurückgelassenen Familie und der Faszination eines selbstbestimmten Lebens entdeckt Hanna nicht nur ihre Leidenschaft zur Kunst der Fotografie, sondern findet – inmitten idyllischer Natur – ihre eigene Stimme... Ein schöner Film: Gediegen in seiner Präsentation, der Zeit verpflichtet, in der er spielt, was sich in den formschönen Kostümen, aber auch in den Dialogen zeigt. Die Geschichte selbst ist historisch glaubhaft und zugleich sehr modern. Eine Geschichte über das Aufbegehren einer Frau, die dem Druck der patriarchalischen Gesellschaft nicht mehr standhalten, sondern sich ihm entziehen will. MONTE VERITÀ stellt die Frage, wie viel Selbstbestimmung eine Frau haben darf, bevor die Gesellschaft beginnt, die Nase zu rümpfen. Im Zentrum der oft sonnendurchfluteten Bilder stehen neben Protagonistin Hanna die überzeugte und tatkräftige Ida und die entrückte, todessehnsüchtige Lotte. Regisseur Stefan Jäger und Drehbuchautorin Kornelija Naraks ist es gelungen, die Geschichte des Bergs vor allem über dieses „FrauenDreieck" zu erzählen. Insbesondere in diesen Momenten ist MONTE VERITÀ so modern wie seine Gründerinnen.



Friedrichsbau Freiburg
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