LEID UND HERRLICHKEIT


Regie: Pedro Almodovar
Darsteller: Antonio Banderas, Penelupe Cruz

114 Minuten | Spanien 2019 | ab 6
9. Woche
Seit über 40 Jahren dreht Pedro Almodóvar Filme, längst ist er einer der Größten des internationalen Kinos und hat nun, mit fast 70 Jahren, nicht nur seinen persönlichsten, sondern auch einen seiner schönsten Filme gedreht. Unverhohlen autobiografisch erzählt LEID UND HERRLICHKEIT von seiner Kindheit, einer großen Liebe und seinem Weg als Künstler. Begeisterungsstürme in Cannes und Goldene Palme für Antonio Banderas als Alter Ego des Meisterregisseurs!

 

Vor 30 Jahren drehte der Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) seinen berühmtesten Film, doch die Dreharbeiten waren von schweren persönlichen und beruflichen Problemen überschattet. Nun steht eine Jubiläumsvorführung an und Salvador beschließt, mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen: Er kontaktiert seinen damaligen Hauptdarsteller Alberto (Asier Etxeandia), dessen Darstellung er gelinde gesagt wenig geschätzt hat. Während Salvador inzwischen ein gefeierter Star ist, lebt Alberto in einer bescheidenen Wohnung, spielt OffTheater – und raucht regelmäßig Heroin. Angesichts dauerhafter Rückenschmerzen, Migräne und anderen Leiden lässt sich Salvador zu einem Experiment hinreißen. Im Fiebertraum des Rausches erinnert er sich an seine Kindheit, das Leben mit seiner Mutter (Penélope Cruz) und seine ersten Begegnungen mit dem Kino. Und einige Tage später ruft plötzlich seine große Liebe Federico (Leonardo Sbaraglia) bei ihm an. Spätestens wenn das Plakat zu Fellinis autobiographischen Meisterwerk „8 ½" an einer Wand zu sehen ist, dürfte deutlich sein, dass der ohnehin stets aus seinem Leben schöpfende Pedro Almodóvar besonders nah an seinen eigenen Erfahrungen erzählt. Diesmal geht es um einem älteren Künstler, einen weltweit erfolgreichen schwulen Regisseur, der seine wilden Jahre in Madrid verbrachte. Kurz vor seinem 70. Geburtstag hat Pedro Almodóvar einen Film gedreht, der sein Oeuvre konsequent fortsetzt und zugleich eine neue Richtung einschlägt: Hin zu einem Kino, das seine Kraft nicht mehr aus Exzess oder melodramatischer Übertreibung schöpft, sondern sich ganz aus den Emotionen seiner Figuren speist. In seinem jüngsten Werk spielt Antonio Banderas den alternden Filmemacher Mallo, eine Figur, die deutlich an Almodóvar selbst angelehnt ist. Auch Banderas, der seit 30 Jahren mit dem Regisseur befreundet ist, hat mit den Jahren deutlich an Gravitas gewonnen: So zart und verletzlich wirkte der Star noch nie. Ohne Pathos und Melodram deutet er die Selbstzweifel seiner Figur an, die Fehler und Versäumnisse der Jahrzehnte, den Versuch, mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. Ein großer Film von einem großen Regisseur – und die Goldene Palme für Antonio Banderas!



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