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HAYWIRE

Im englischen Original


Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Gina Carano, Michael Fassbender, Ewan McGregor, Michael Douglas

93 Minuten | USA 2011 | ab 16
53. Woche

Mallory (Gina Carano) ist Nahkampf-Expertin und arbeitet für die Sicherheitsfirma von Kenneth (Ewan McGregor). Zu deren Auftraggebern zählt regelmäßig die US-Regierung – so wie in Barcelona, wo Mallory und ihr Team einen entführten chinesischen Journalisten befreien. Danach überredet ihr Chef sie zu einem weiteren Job, für den sie sich als Ehefrau des britischen Kollegen Paul (Michael Fassbender) ausgeben soll. Bald merkt Mallory: Ziel dieses Auftrages ist eine Liquidierung – und zwar ihre eigene. Gehetzt von Polizei und Profi-Killern versucht sie, die Hintermänner zur Rechenschaft zu ziehen. Wie es scheint, steckt Kenneth mit ihnen unter einer Decke.

Ohne Frage begeistert "Haywire" mit einzelnen Sequenzen. Vor allem Action-Fans dürften mit der Zunge schnalzen, wenn Mallory aus aussichtsloser Lage aus einem von der Polizei umstellten Hotel flieht – über Dächer kletternd, durch Treppenfluchten hetzend, unterwegs einige bis an die Zähne bewaffnete Spezialkräfte verprügelnd. Vor allem der Nahkampf zwischen Gina Carano und Michael Fassbender bleibt durch seine brachiale Gewalt und Kraft im Gedächtnis. In dieser Sequenz gelingt es dem Film, herkömmliche Action-Ware zu transzendieren und einem Kampf um das nackte Überleben wieder eine existenzielle Dimension zu geben.

Der Rest des Films aber wirkt sehr unausgeglichen. Die unnötig komplizierte Erzählstruktur nimmt der Erzählung Fahrt, die Rahmenhandlung – während einer wilden Flucht im Auto erzählt Mallory einem völlig Fremden ihre Geschichte – wirkt unglaubwürdig. Die prallen Action-Szenen gehen mit diesem Rest des Films keine rechte Verbindung ein, sie bleiben ein Fremdkörper. Dass "Haywire" so unorganisch wirkt, liegt sicher zum Teil an Gina Carano, eine Mixed-Martial-Arts-Kämpferin, die hier ihre erste Hauptrolle spielt. Sie vermag ihrer Figur zwar eine überraschende Wärme und Tiefe zu geben. Hier zahlt sich Soderberghs Erfahrung in der Arbeit mit Laiendarstellerinnen aus – er arbeitete bei seinem Film "The Girfriend Experience" mit der Porno-Darstellerin Sasha Grey. In längeren Dialogszenen stößt Carano dann aber deutlich an ihre Grenzen, denn der Preis für ihr konzentriertes Spiel ist eine gewisse Ungelenkigkeit, die im starken Gegensatz zu ihren körperlichen Fähigkeiten steht. Auch verliert sich Soderberghs Regie in leeren stilistischen Spielereien, vermag es aber nicht, einer schon so oft erzählten Geschichte neue Aspekte abzuringen. Dass hier eine Frau die Heldin ist, erscheint als Innovation dann doch zu dünn – und ein feministischer Rache-Thriller ist "Haywire" nun wirklich nicht.


ab 18.06.2012

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